Skyspace Sustenance: Die Healing Art von James Turrell

Seit über drei Jahrzehnten ist der Zürcher Galerist Wolfgang Häusler verlässlicher Partner des amerikanischen “Bildhauers des Lichts“ James Turrell. Ihre erste Begegnung – eine Opernproduktion in Paris Anfang der 1990er-Jahre – „hinterließ einen unglaublich starken Eindruck“, erinnert sich Häusler. 1997 folgte das erste gemeinsame Projekt zur Eröffnung des Kunsthaus Bregenz.

Wie kam es zur Zusammenarbeit?
“Turrell verfügt über eine immense Vorstellungskraft und arbeitet mit hoher Präzision. Als ich 2003 mit „The Inner Way“ für die Munich Re erleben durfte, wie er einen 200 Meter langen Tunnel in Farbe und Licht auflöst, war klar: Das Medium Licht gehört in meine Kunst-Welt,” erzählt Häusler.

Was war ein Highlight der letzten Jahre?
„Der Skyspace ‘Ta Khut’ in Uruguay: komplett via Zoom geplant, 2021 eröffnet – und seither meist ausgebucht. Turrells Licht trifft die Herzen aller Menschen & Kulturen.“

Was macht Turrells Arbeit so komplex?
“Jedes Skyspace- oder Ganzfeld-Projekt verlangt: Beratung, technische Abstimmung mit Architekten und die finale Programmierung. Ohne die Besten ihres Fachs erreicht man Turrells Perfektion nicht,” betont Häusler.

Skyspace Sustenance im Kinderspital Zürich

Diese Leidenschaft kulminiert aktuell im Skyspace Sustenance, einem elliptischen Rückzugsraum im neuen Universitäts-Kinderspital Zürich. Über eine Dachöffnung trifft wechselndes farbiges Licht auf den echten Himmel; Dämmerungsprogramme lassen Innen- und Außenwelt miteinander verschmelzen. Die Installation fasst ein Spitalbett, lädt aber ebenso zum stillen Staunen ein. Eine Teenagerin beschrieb es als den “einzigen Ort, an dem ich 30 Minuten ohne Handy sein konnte”.
Architektur-Ikonen Herzog & de Meuron haben das Lichtobservatorium wie ein ruhendes Herz in ihr holzverkleidetes Klinik-Ensemble eingebettet. Dieser Entwurf wird von internationalen Zeitschriften bereits als “revolutionär” für die Heilarchitektur gelobt.

Häusler hat seine Galerie 2023 stark auf Turrell ausgerichtet, um dieses Œuvre weiterzutragen. Turrell selbst nennt seine Arbeiten “Perceptual Art” – Kunst, die Sehen sichtbar macht.
Mit Sustenance schenkt er nun auch den kleinsten Patient:innen einen eigenen Ausschnitt Himmel und beweist, wie Wohltat und Ästhetik verschmelzen. Die Reise des Lichts geht weiter – und Zürich leuchtet schon jetzt ein wenig heller.

Häusler Contemporary Zürich
haeusler-contemporary.com
8006 Zürich, Schweiz

James Turrell Roden Crater Site Plan
«Roden Crater Site Plan along the Summer Solstice Axis», 2024
Blattgold und Glas | Ed. 3/30 | 45.7 x 36.1 x 12.7 cm | © James Turrell,
Foto: Peter Baracchi

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