Paul Zizka, Fotograf

Paul Zizka ist ein preisgekrönter Abenteuer- und Landschaftsfotograf, dafür bekannt, sich in unerforschte Gebiete vorzuwagen – von den Gipfeln der kanadischen Rocky Mountains bis hin zu den Eisbergen der Antarktis. Er hat u. a. Island 1400 km lang zu Fuß durchquert und wurde weltweit bekannt für seine Abenteuer- und Astrophotographie. Paul Zizka hat bereits zehn Bücher veröffentlicht, wurde zum Fellow der Canadian Geographical Society ernannt und ist Mitbegründer von OFFBEAT, einem Unternehmen, das es Menschen ermöglicht, ihre Sinne und Fähigkeiten für Abenteuer in der Wildnis zu schärfen.

Woher stammt Deine Leidenschaft?
Ich wollte Profi-Eishockeyspieler werden. Eine schwere Gehirnerschütterung zwang mich zur Richtungsänderung. Ein Saisonjob in einem Hotel am Ufer des Bow Lake in den Rocky Mountains brachte mir 2007 die Berge näher. Ich kaufte die erste DSLR und war fasziniert von dem Zusammenspiel zwischen Landschaften, Licht und Naturelementen. Drei Jahre später wagte ich den Sprung zum Berufsfotografen.

Deine ARTwork enthält eine gewisse Magie. Ist das Rezept dazu, immer die Extrameile weiterzugehen oder einfach den richtigen Moment zu erwischen?
Meine Arbeit ist das Ergebnis von präziser Planung, Beharrlichkeit und der Magie der Natur. Ich bin Autodidakt und habe immer viel Zeit darauf verwendet, mich als Fotograf weiterzuentwickeln. Ich verbringe viel Zeit in der Wildnis und unter dem Sternenhimmel, um die Chancen zu erhöhen, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein.

Geht es bei der Fotografie nicht um die Kunst, Gefühle zu „malen“? Welche Art von Feedback erhältst Du von Deinem Publikum?
Fotografie erzählt immer Geschichten. Die Vermittlung von Emotionen ist für jede Geschichte von grundlegender Bedeutung. Das positive Feedback in den sozialen Medien ist teils überwältigend. Am schönsten ist es, wenn ich sehe, dass meine Arbeit Menschen zu ihrer eigenen Kreativität befähigt. Manchmal bringen meine Bilder jemanden an einen Ort, an dem er noch nie war, oder haben Träume vermittelt.

Die Fotografie ist ein hartes Geschäft. Welche Meilensteine waren da wichtig?
Canon als Sponsor zu gewinnen, war ein erster großer Schritt, ergänzt durch einen veritablen Anstieg des passiven Einkommens durch den Online-Verkauf.

Geschäft und Kreativität sind eine schwierige Kombination?
Es ist immer ein Balanceakt, Geschäft, Kreativität und Familie unter einen Hut zu bringen. Ein Team hinter sich zu haben, erleichtert die Konzentration auf Wesentliches, auf die Erfahrung und die Erkundung. Dann fällt es mir leichter, mich mit einem Ort zu verbinden.

Ist es die innere Reise, Kreativität, Stille, Einsamkeit – oder sind es die Landschaften, die den Unterschied ausmachen?
Verschiedene Landschaften ermöglichen mit ihrer Einzigartigkeit unterschiedliche Erfahrungen. Am aussergwöhnlichsten waren allerdings die Erlebnisse an den abgelegensten Orten dieser Erde, z. B. der grönländischen Eiskappe oder in der Antarktis.

Die Autorin Meghan Ward ist Deine bessere Hälfte. Wie oft habt ihr Gelegenheit, gemeinsam auf Entdeckungsreise zu gehen?
Abenteuerreisen haben uns zusammengebracht. Seitdem haben wir unzählige Abenteuer zusammen erlebt. Wir haben die karibischen Inseln bereist, in Nepal Trekkingtouren gemacht, unsere Töchter an Orte wie Irland, Malta, Rapa Nui, Neuseeland und Polynesien mitgenommen – und jetzt nach Costa Rica, wo ich dieses Interview gebe. Meghan wird im September 2022 ein Buch über unsere Abenteuer als Paar und als Familie herausbringen.

Was fasziniert Dich so an der Astrofotografie?
Ich genieße es, wenn die Nacht einem vertrauten Ort Magie einhaucht. Die Astrofotografie verbindet viele einzigartige Elemente – Polarlichter, Sterne, Mondlicht – zu einer überwältigenden Schönheit, welche die Kamera einfängt, die aber von bloßem Auge oft nicht sichtbar ist.
Der Nachthimmel suggeriert uns ferne Welten, die unserer eigenen ähnlich sein könnten. Die enorme Größe, die sich uns da enthüllt, verblüfft mich immer wieder. Je mehr Zeit ich nachts unter freiem Himmel verbrachte, desto stärke fühlte ich mich ihm verbunden. In der Vergangenheit waren die Menschen enger mit dem Himmel verbunden, heute kämpfen wir mit Lichtverschmutzung. Man muss sich anstrengen, um diese Verbindung herzustellen, aber es lohnt sich. Da kommen wir alle her. Das ist mehr als ursprünglich.

Bücher, Auszeichnungen, OFFBEAT, Workshops, Seminare… so teilt Paul seine Leidenschaft mit den Menschen?
Ein Großteil meiner Arbeit findet alleine in abgelegenen Landschaften statt. Das sind wunderbare Momente, mit Menschen meine Abenteuer zu teilen. Den Menschen zu helfen, ihre eigene Kreativität zu entdecken, inspiriert mich.

Du baust dich oft in deinen Fotografien selbst mit ein?
Das menschliche Element vermittelt ein Gefühl für die Perspektive und Grossartigkeit der Natur. Es vermittelt deren Verletzlichkeit, der Betrachter entwickelt eine Zugehörigkeit. Mit der Zeit wurde der Aspekt des Selbstporträts eine Art Markenzeichen.

Die Klima-Uhr tickt, wie erlebst Du die Elemente des Klimawandels?
Sie sind unübersehbar. In meiner Heimat, dem Banff-Nationalpark, beobachte ich seit Jahren, wie sich die Gletscher langsam zurückziehen. Letzthin wurden unsere Aufenthalte im Freien gar durch die Rauchschwaden der Waldbrände in ganz Kanada und den USA beeinträchtigt.

Paul Zizka

www.zizka.ca
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