Biophilia

BIOPHILIA – die Liebe zum Leben

In einer technologie-dominierten Welt – wir verbringen die meiste Zeit in Gebäuden oder Autos – spüren die Menschen instink­tiv, dass sie wieder mehr Zeit in den Natur verbringen sollten, um nicht völlig von ihr abgetrennt zu werden. Der Boom der Outdoor-Sportarten ist ein klares Indiz hierfür.

Der Biophilia Effekt

Der österreichische Biologe und Pflanzenwissenschafter Clemens Arvay beschreibt in seinem Buch «Der Biophilia-Effekt», wie heilsam Spaziergänge durch Wald und Gärten nicht nur für unsere Psyche, sondern auch für unsere Gesundheit sind. Bäume und Sträucher stärken unser Immunsystem, senken den Blutdruck und wirken als Krebsprophylaxe. Die Wirkung verstärkt sich, wenn auf dem Weg ein See liegt oder ein Bach dahinplätschert. Japanische Wissenschafter von der Nippon Media School in Tokio konnten in Studien mit Hunderten Probanden nachweisen, dass das Gehen im Wald (Forest Bathing) Krebs-Killerzellen aktiviert. Pädagogen, inzwischen auch Touristiker wie Günther Hlebaina vom Kronthaler, beginnen, dieses Wissen für ihre Gäste anzuwenden.

Verbindung zur Natur

Aber Biophilie, was im ursprünglichen Sinne die Liebe zum Leben bedeutet, geht noch weiter. Bereits Aristoteles sah die positiven Aspekte von Freundschaft und sozialer Interaktion als entscheidend für das Glücklich-Sein. Erich Fromm (1964) und Edward Wilson (1984) nahmen den Begriff wieder auf.
Biophil heisst grundsätzlich lebensbejahend. Fromm’s Ethik: „Gut ist, was dem Leben dient, der Ehrfurcht vor dem Leben, seinem Wachstum und Entfaltung förderlich ist.“ Wilson: Biophilia beschreibt die Verbindungen, die der Mensch unbewusst mit dem Rest des Lebens sucht. Vermutlich sind die tiefen Zugehörigkeiten, die Menschen mit anderen Lebensformen und der Natur als Ganzes haben, in unserer Biologie verwurzelt.“
Heute geht es um die Wiederherstellung unserer Verbindung zur Natur. Das schlägt sich auf verschiedenen Gebieten nieder. Eine der am weitesten gediehenen ist Design und Architektur. Biophile Architektur ist eine Ergänzung zur grünen – auf Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung zielende – Architektur: sie soll den Menschen darin unterstützen, die Beziehung zur natürlichen Umwelt herzustellen.

Erst am Anfang der Entwicklung scheint die Biophilie im Bereich der Erziehung und Pädagogik zu stehen. Obwohl hier die Voraussetzungen eigentlich gegeben sind. Über alle Rassen und Religionen hinweg empfinden Menschen beim Anblick eines Kleinkindes spontane Zuneigung. Wild fremde Menschen retten in Not geratene Menschen. Wir pflegen liebevoll unsere Hausgärten – fördern hier also Leben. Umso erstaunlicher, dass es oft unkonventionellen Menschen vorbehalten ist, auf diesem Gebiet neue Wege zu beschreiten und entsprechende Initiativen zu ergreifen. D.C.

Biologe und Autor Clemens G. Arvay über sein neues Buch. „Biophilia in der Stadt – wie wir die Heilkraft der Natur in unsere Städte bringen“.

Biophilie

  1. […] Welche Visionen und Projekte hat Matteo Thun noch vor sich? Das nächste, was ansteht, ist ein Luxus Resort in Bayern. Das soll ein gebautes Manifest der Post-Corona-Kultur sein: der künftige Luxus definiert sich durch stilvolle Bescheidenheit und Natur pur. […]

  2. […] Shinrin Yoku, zu deutsch Waldbaden, lernen wir in ruhigem besinnlichen Tempo das volle Heilungspotential von Waldspaziergängen […]

  3. […] Trockene Augen sind per se nicht gefährlich, jedoch äußerst unangenehm. Sie können außerdem jucken und uns so dazu verleiten, mit den Händen zu reiben. Sind diese noch dazu ungewaschen, kommt es durch die Bakterien, die ins Auge gelangen, bisweilen sogar zur Entstehung eines Gerstenkorns. Durch regelmäßiges Blinzeln jedoch wird die Hornhaut des Auges mit Tränenflüssigkeit benetzt. Sind wir sehr konzentriert, beispielsweise bei der Arbeit am Bildschirm, passiert es leider häufig, dass wir regelrecht vergessen, zu blinzeln. Achten Sie daher darauf, regelmäßig bewusst ein paarmal zu blinzeln, um das Auge ausreichend zu befeuchten. Eine weitere Möglichkeit, um die Anstrengung durch Computerarbeit auszugleichen: Spätestens alle zwanzig Minuten einmal in die Ferne schauen, bestenfalls aus dem Fenster ins Grüne. Unser ganzer Körper entspannt sich, wenn wir von Natur umgeben sind – der sogenannte Biophilia-Effekt […]

  4. […] lauschen wir dem Flüstern des Waldes, tagsüber folgen wir dem Rhythmus von Bergen und Natur – und erholen uns in Räumen, wo innen […]

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